10. Station: Radeberg

Nach dem gestrigen Schreck und dem immer noch schlechten und kalten Wetter, so wie der Info, dass unter solchen Bedingungen Radeberg wie ausgestorben sein soll, beschlossen wir unseren Infostand auf dem Markt ausfallen zu lassen.

So begann der Tag mal wieder mit einem ausgedehnten Brunch, nur dass wir diesmal noch später losgefahren sind, als gestern. Trotz der Info an die lokale Linksjugend, dass wir den Stand vor allem auf Grund des schlechten Wetters ausfallen lassen werden, kamen Abends in das offene Bürgerbüro doch recht viele interessierte Jugendliche um mit uns beide Dokumentationen über die Pogrome von Hoyerswerda anzuschauen. Teilweise schauten alle so gespannt die Filme, dass man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Der bittere Nachgeschmack von gestern bliebt besonders bei diesen Doku’s uns sehr im Hinterkopf, da gestern der Filmabend auf Grund der Drohkulisse des braun-deutschen Mobs ausfallen musste.

Aber auch heute gilt: Es geht weiter, wir lassen uns nicht unterkrigen und vor allem denken wir daran dass kein Tag wie der andere ist.
Für morgen in Pirna bleibt aber doch der Wunsch nach besserem Wetter bestehen.

Auf zur letzten Station der Provinzparade. Auf zum Friedenfest der Linken nach Pirna.

Wir sehen uns!

Eure verlotterten Paradekinder

Station 9 Hoyerswerda und der deutsche Mob

Der Tag begann für uns wieder einmal entspannt mit Ausschlafen und Brunch, nachdem wir uns dann gegen Nachmittag nach Hoyerswerda ins Ungewisse aufbrachen.

Als wir dann gegen 16.30 unseren Stand schließlich auf dem Marktplatz stationiert hatten, war uns schnell bewusst, dass das Wetter es heute nicht gut mit uns meint. Aber wie windig und verregnet das Wetter auch war, es sollte noch schlimnmer kommen.  Denn ungefähr eine halbe Stunde später durften wir die Anwesenheit von einer älteren Frau mit ihrem Neonazi-Sohn und einer halben Kameradschaft im Gepäck an unserem Stand aushalten. Deren Aufgabe bestand indes darin, mit aggressiver Körperhaltung und Sprache uns einzuschüchtern, sodass wir schließlich auch die Polizei informieren mussten. Die Anzahl der Versuche, uns mit homophoben und sexistischen Beleidigungen u.Ä.  zu provozieren, erhöhte sich daraufhin auch rapide. Als nach ca. 20min die Polizei schließlich eintraf, begannen sich die Nazis so langsam vom Stand zu entfernen, auch wenn die Polizei nur Verwarnungen aussprach und 2 Personalien aufnahm und nebenbei ein Klappmesser gezogen wurde.

Da das Wetter dananch sich auch nicht besserte und 20.30 unsere Filmvorführung im Abgeordnetenbüro von Caren Lay auf dem Plan stand, sind wir zum Büro aufgebrochen. In der Zwischenzeit hatten sich die Nazis im Park versammelt und begannen, die Veranstaltung mit menschenverachtenden Parolen und Provokationen zu stören.
Wir brachen dann auch schließlich ab, denn dieser deutsche Mob erschien sehr gefährlich.

Nachdem wir den Nazis dann durch lange Landstraßenfahrt entkommen waren, lassen wir nun den Tag entspannt ausklingen und werden lange in den morgigen Tag schlafen.

8. Station: Meißen; einmal Skatepark und zurück

Gegen Mittag kamen wir heute in Meißen an und bauten unseren Stand mit Stencildruck und Buttonmaschine auf. Leider funktioniert der Notstromer nicht so wie wir das wollten, so dass viel zu oft das Auto aushelfen musste und wir schmerzlich den Bass vermissen mussten. Dennoch kamen viele interessierte junge Menschen vom Skatepark zu uns und nutzen die Möglichkeit zum basteln und chillen. Besonders angetan hat es uns heute das Helium, wo wir nicht mehr genau sagen können, ob es mehr in den Luftballons oder unseren Lungen gelandet ist. In diesem Sinne werden wir noch den Tag ausklingen lassen und freuen uns auf die DJ’s heute Abend an unserem Stand, falls die Technik endlich mitspielt, und genießen die Aussicht auf Meißen :) .

7. Station: Eilenburg und Döbeln

Der Tag in Eilenburg begann dank der Gastfreundschaft der Partei vor Ort mit einem ausgiebiebigen und entspanntem Brunch im LINKSpunkt bis in den Nachmittag.

Gegen 16.00 Uhr kamen wir auch in Döbeln im Treibhaus an und wurden genauso herzlich empfangen, wie wir verabschiedet wurden. Im Cafe Courage bauten wir nach und nach alle Dinge für den Workshop auf. Ab 19.15 Uhr ging es dann gespannt den Lippen von Hannes Geißler folgend um den Unterschied vom Deutschen Antikapitalismus (z.B. der Nazis) und der Kritik der politischen Ökonomie (von Marx). Im Ergebnis und den anschließenden Nachfragen wurde klar, dass das Problem des Kapitalismus weder Manager oder gierige Banken sind und noch weniger auf Verschwörungstheorien und Sündenbocksuche basierende Menschengruppen, sondern dass das Problem am System, das System selbst ist bzw. die Verhältnisse im Kapitalismus und nicht die Menschen selbst, die angeblich mit bestimmten Verhaltensweisen „gut“ oder „böse“ sind; wenn dann verhalten sie sich „nur“ wie es das System von Profitausrichtung und Konkurrenz von ihnen verlangt.

Im Anschluss klangt der Tag noch wie schon öfter bei Bier, Sekt und guter Musik und Gesprächen aus.

Morgen geht’s weiter nach Meißen. Gerüchten nach bauen wir uns direkt an der Elbe am Skatepark auf.

6. Station: Eilenburg

Angekommen in Eilenburg wurden wir herzlich von der örtlichen Linksjugend empfangen. Als wir uns im Büro ausgebreitet haben, kamen zur Verwunderung von den Ortsansässigen junge Menschen spontan in die Geschäftsstelle und fragten nach Material.

Im Anschluss wurde ein Workshop über das Thema „Die Antideutschen – Eine sachliche Annäherung“ veranstaltet. Besonders für uns selbst war der Workshop sehr gut, weil vorhandenes Wissen aufgefrischt und vertieft wurde aber man auch neue Aspekte der Thematik erfahren konnte.

Zum Ausklang des Abends schauten wir uns 2 Filme an. Einen humorvollen Film über Alltagsrassismus und einen Film über die Entstehungsgeschichte des sozialen Netzwerks „Facebook“. Die Jugendlichen, die schon am Nachmittag in der Geschäftsstelle waren, schauten den Film mit uns.

Bei guter Musik und einem Glas Sekt brachten wir den Abend mit der örtlichen Jugend zum Abschluss.

5. Wahlkampfunterstützung für Torsten Wanke in der Stadt Naunhof


Diesmal hatte die Provinzparade einen eher „ungewöhnlichen“ Einsatz. Am Freitag und Samstag unterstützten wir Torsten Wanke, den parteilosen Bürgermeisterkandidaten der Stadt Naunhof und der vor allem in der sozialen Arbeit tätig war/ist z.B. als Kinder- und Jugendhausleiter. Da er von der Partei Die Linke. als Bürgermeisterkandidat vorgeschlagen und unterstützt wurde waren wir an beiden Tagen jeweils mit unserem Pavillon, guter Musik und mit viel Material an der Seite von Torsten unterwegs und unterstützen ihn beim Wahlkampf vor Ort, im Wohngebiet sowie am Samstag auf dem Markt der Stadt Naunhof. So war es nur eine Frage der Zeit bis sich unsere Luftballons vermischten und wir uns auch das ein oder andere Mal auf die Hüpfburg trauten. Auch kam die frischgezapfte rote Fassbrause von Torsten gut an. Am Samstag wurde außerdem auch auf dem Markt gegrillt.

Eine besondere Genugtuung war es als wir gesehen haben, dass der CDU-Wahlkampfstand um die Ecke mit Hüftburg weit weniger Besuch hatte als unser kleines Familienfest auf dem Markt.;) Insbesondere hat uns gefallen, dass er nicht als Plakat auf die Menschen herabschauen wollte und das Geld lieber spendete. Das Wetter spielte, obwohl es meist nicht danach aussah, zum Glück auch mit. Alles in allem waren es zwei sehr schöne Tage in Nauenhof, die mit einem ebenso netten Abend heute bei Torsten ausgeklungen sind, da er uns zum Abschied noch mal zu sich nach Hause bei Lagerfeuer und Sekt :D eingeladen hat. Morgen gibt’s erst mal unseren wohlverdienten freien Tag und dann geht’s weiter nach Eilenburg. Bisher war die Provinz recht abwechslungsreich und kein Tag wie der Andere. So kann’s weitergehen :D

4. Rochlitz und Geringswalde

Nach kräftigen Frühstück, bei unseren Freunden in Limbach-Oberfrohna,
ging es zum vierten „Stop“ nach Rochlitz.
Trotz des örtlich üblichen Markttages, hielt sich der Andrang leider  in Grenzen.
Hier und da gab es Gespräche mit Passanten und Verkäufern von ortsansäßigen Läden.
Trotz des klein gehaltenden Rahmen der Veranstaltung, besuchte uns eine Reporterin von der
„heiß geliebten“ Freien Presse :D
Aus den Lautsprechern schallte unser Jugendwahlprogramm und da nicht viele Menschen kamen diskutierten wir eben untereinander.
So vergingen ziemlich schnell, die in der Sonne gebruzelten Stunden.
Zum Nachmittag, gegen 16 Uhr, ging es zügig nach Geringswalde.
Dort begrüßten wir Drei Stadträte und tauschten vielzählige Informationen aus.
Natürlich kam die Presse auch dort nicht zu kurz.
Interviews und Fotos gaben wir gern und vielzählig.
Nun lassen wir den Abend mit Menschen der Linksjugend Mittelsachsen mit „alkoholfreien“ Bier und Musik ausklingen.
Fortblickend freuen wir uns auf den nächsten halt in Nauenhof morgen.

2. Station: Zwickau



Da sind wir wieder mit dem Bericht von Tag 2 der Provinzparade.

Nach einem ausgiebigen Frühstück, in der alten Brauerei Annaberg, ging es auch schon zu unserer nächsten Station der Provinnzparade, dem Ronsenplatz in Zwickau. Hier wurden wir schon von 2 Mitgliedern der Linksjugend Zwickau erwartet. Nach leichten Problemen mit dem Notstromer bauten wir unsern Stand komplett auf.
Der darauf startende Näh- und Druckworkshop wurde von den mittlerweile eingetroffenen Jugendlichen rege wahrgenommen. Mit unserer Hilfe entstanden selbstgedruckte Beutel und T-Shirts. Genäht wurden Beutel, T-Shirts und selbst entworfene Portemonnaie. Außerdem fand in einem kleinen Matratzenkreis der von Leuten Vorort gewünschte Workshop „Antifa- Proll – und Mackerscheiß“ statt. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich die mitgebrachten Luftballons, mit ihnen wurde die ein oder andere Haarpracht zum fliegen gebracht :) Ringsum füllten sich die Matratzen und Decken mit interessierten Menschen und die Stimmung unter den zahlreichen Besucher_innen war durchgängig gut. Gedruckt, genäht und gestanzt wurde bis es dunkel wurde, danach war die Zeit für die 2 mitgebrachten Dokumentationen gekommen. Als die letzten Nähte fertig waren, fing eine der Dokumentationen an und die Leute sammelten sich rings um die Leinwand vor unserem Jugendbus und wir sahen uns die Reportagen über die rassistischen Ausschreitungen in Hoyerswerda an.

Zwickau kann abschließend als großer Erfolg betrachtet werden. Bei gutem Wetter, toller Musik und guter Laune wurde getanzt, genäht, diskutiert und informiert. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und wir haben viele neue Leute kennengelernt. Gespannt auf den nächsten Tag in Limbach-Oberfrohna, verließen wir am späten Abend den Park.

1. Station: Aue

Heute hat die „Leben in der Provinz“-Parade gestartet, voll gepackt sind wir in Dresden gestartet und auf dem schnellsten weg nach Aue gedüsst. Auf dem Altmarkt angekommen haben wir glücklicherweise unseren super Pavillon aufbauen dürfen, auch wenn wir weniger Standfläche genehmigt bekommen haben, denn ohoho der MDR-Sachsenspiegel war da und hat von Aue aus den Wetterberericht gesendent. Der MDR war auch der Grund dafür das wir keine Musik spielen durfen, leider war unser Stand dann etwas leise und ist scheinbar so manchen aus dem Augenwinkel gefallen. Ganz so viele Leute waren nun nicht an dem Stand, aber für Aue an einem Tag mit 35 ° C waren laut Bestätigung von Orsterfahrenen doch relativ viele da. Vor Ort haben wir unseren Stand mit einem Stencil- und Druck-Workshop aufgepimpt, leider haben das nicht so viele Leute genutzt wie wir uns das gewünscht haben. Aber im ganzen eigentlich ein provinzieller Auftakt für unsere Tour.

Der Tag wurde von einem wahnsinnigen gefühlt sinnflutartigen Gewitter beendet, Hagelkörner so groß wie Haselnüsse gab es als Dreingabe noch dazu.

Jetzt sind wir unglaublich verschwitzt und genießen unseren ersten Sekt des Tages, morgen geht es gegen 11 weiter nach Zwickau. Dort sind wir von 13-20 Uhr auf dem Platz der Völkerfreundschaft anzutreffen, mit WS zu Beutelnähen, Stencil und Drucken und zum Thema „Sexismus und Mackerscheiß“

Wir freuen uns darauf euch zu sehen,

in dem Sinne Ahoi.

Eure verlotterten Paradekinder

Station 8 & 9 vollendet: Talsperre Pöhl & Plauen

Uuuuund ein weiterer Tag neigt sich dem Ende zu. Derzeit befinden wir uns im Vogtland, genauer gesagt in Plauen.

Der gestrige Tag – und damit Station 8 – war wohl eher weniger erfolgreich. Es führte unsere Provinz-Truppe an die Talsperre Pöhl.  Fazit des Tages: Heute war wohl ein Reinfall. Außer zwei Strafzetteln, in einer Höhe von insgesamt 50 Euro, gab es keinerlei nennenswerte Ereignisse. Der Bus konnte nirgendwo halten und somit konnte auch kein Stand aufgebaut werden. Aus Trotz – oder auch aus Lust – machten sich einige Menschlein am späteren Abend noch auf den Weg, um die Stadt mit Aufklebern zu verschönern, andere nutzten die Zeit, um ein wenig Schlaf zu erhaschen und wiederum einige begaben sich auf Kneipentour. Insgesamt ein ruhiger Tag.

Heute sah der Tag schon etwas rosiger aus, wenn auch nicht das Wetter. Nachdem wir mit vielen umwegen dann doch auf dem Theaterplatz in Plauen angekommen sind haben wir im strömenden REGEN die Pavillons aufgebaut und den Stand gestaltet. Leider war der Standort nicht so optimal, ein wenig abseits des Weges waren wir leider etwas ab vom Schuss für junge Menschen. Naja, der Stand war trotzdem schön! Kontakte gepflegt haben wir mit der hiesigen Jugend und danach ging es in die Kreisgeschäftsstelle zum Workshop „Einführung ins Versammlungsrecht- am Beispiel Plauen Nazifrei“. Nach einer theoretischen Einleitung ging die Diskussion zu praktischen basics über, a lá ‚wie melde ich eine Demo an?‘, Was muss ich beachten?‘ und ‚Wie reagiere ich da und dort situationsgemäß?‘. Als Resümee würde ich sagen: puhh ganz schön viel Theorie aber gut, dass nun endlich zu wissen und nun demnächst entsprechend agieren zu können.

Heute lassen wir den Abend mal wieder mit einem leckeren Essen ausklingen (hierbei danke an unseren zugeflogenen Super-Koch aus der Alten Brauerei, der ganz leckeres veganes Essen kochen kann!!!) und mal sehen was noch kommt.

Morgen gehts dann gefühlt viiiiieeel zu zeitig nach Limbach-Oberfrohna weiter. Wo wir mit einem Superinfostand mit Workshops wie Beutel-nähen, Jingel-basteln und dem Vortrag ‚Sexismus und Mackerscheiße in er Antifaszene‘ auftrumpfen werden. Hoffentlich spielt morgen das Wetter mit. Bekanntlich ist ja Limbach-Oberfrohna kein unbeschriebenes blatt.

So jetzt gibts lecker Hapa Hapa.

müsli, müsli, yumm yumm yumm

bis dahin

Die ganze Paraden-Bande