Reaktion des Beauftragtenrats (BR) der Linksjugend [’solid] Sachsen auf den offenen Brief des BSpR an die SAV „Stay out unprogressive ideologies! Stay out antisemitism!“

Reaktion des Beauftragtenrats (BR) der Linksjugend [’solid] Sachsen auf den offenen Brief des BSpR an die SAV

„Stay out unprogressive ideologies! Stay out antisemitism!“

Anlässlich des offenen Briefs des BSPR an die SAV-Mitglieder im Jugendverband, haben wir uns entschieden, als BR eine tiefergehende Analyse der SAV, an den von ihr propagierten Ideologien und ihren Sympathisant_innen zu formulieren, da es einfach für eine politische Auseinandersetzung nicht ausreicht, die Organisationsstruktur der SAV zu kritisieren. Es muss gefragt werden, ob und wo überhaupt Schnittmengen mit emanzipatorischer Politik zu finden sind.

Wir möchten nicht fragen, an welcher Stelle ein Mitglied des Jugendverbands sein Herz sitzen hat.

Wir möchten viel mehr nach den „Positionen im Kopf“ fragen und ob sie mit den Attributen „antifaschistisch, sozialistisch, basisdemokratisch und emanzipatorisch“(1) vereinbar sind.

Wir möchten fragen, wie wir als linker Jugendverband im 21. Jahrhundert Antworten finden können, auf die Frage nach einer alternativen Gesellschaftsform, die als Grundlage den Gedanken hat, dass „die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.“(2). Auch wollen wir danach fragen, inwiefern es sich mit einem emanzipatorischem Anspruch vereinbaren lässt, mit Individuen, Organisationen und Gruppen zusammen zu arbeiten, die in ihrer Kapitalismuskritik mehr Gemeinsamkeiten als Differenzen mit dem Antikapitalismus von Rechts haben.

Zuerst wollen wir feststellen, dass uns im Gegensatz zum BSpR, die Positionen der SAV abschrecken und dass wir auch keine jungen SAV-Mitglieder für den Jugendverband gewinnen wollen, solange sie einen Antikapitalismus propagieren, der sich unter anderem einer Argumentation bedient, die in ihrer Denkstruktur Überschneidungen mit dem modernen Antisemitismus zulässt, solange sie Israel, als praktische Konsequenz von Pogromen und der Shoa, Antizionismus, also Vernichtungswünsche, entgegenbringen also im Allgemeinen, solange sie Ideologien in sich tragen, die nicht über die bürgerliche Gesellschaft hinaus wollen, sondern hinter sie zurückfallen – solange wollen wir auch sie nicht in unserem Jugendverband. Unsere Kritik richtet sich damit nicht nur gegen die Ideen/Vorstellungen/Positionen der SAV, sonder auch gegen alle, welche die angesprochenen Ideologien in sich tragen. Im Großen und Ganzen hat sich herausgestellt, dass der gesamte Bundesverband der Linksjugend [’solid] eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Ideologien bitter nötig hat, welche vielen Mitgliedern immer wieder eine regressive Haltung nachweisen.

Dabei sind wir uns bewusst, dass diese geistige Regression nicht nur ein Problem der SAV, sondern ein Problem der gesamten Linken ist. Da wir aber der Meinung sind, dass die SAV eine Avantgardestellung einnimmt, wenn es darum geht, ein Vorzeigemodell für linke, regressive Politik zu zeigen, haben wir die aktuelle Debatte als Anlass genommen, unsere Kritik zu äußern und  emanzipatorische Positionen stark zu machen.

Der moderne Antisemitismus ist weder nur eine besondere Form des Rassismus, noch ist er ein Instrument der Bourgeoisie um die Arbeiterklasse zu spalten. Oft ist in Teilen der Linken die Neigung zu beobachten, den Antisemitismus als Randerscheinung des Nationalsozialismus zu behandeln. Die Frage nach der qualitativen Besonderheit der Shoa und somit auch des Nationalsozialismus kann nicht richtig beantwortet werden, solange dies mit quantitativen Berechnungen der Opferzahlen versucht oder der Nationalsozialismus mit dem Begriff des „Faschismus“ gleichgesetzt wird. Weder wurden die Jüdinnen und Juden vernichtet, um militärische Probleme zu lösen, noch wurden sie vernichtet, um ökonomische Ziele zu erreichen. Genauso wenig hatte die Shoa zum Ziel, den Willen von Widerstandskämpfern zu brechen – die Vernichtung des europäischen Judentums war Selbstzweck. Für die Nazis galten „die Juden nicht [als] eine Minorität, sondern [als] Gegenrasse, das negative Prinzip als solches; von ihrer Ausrottung soll das Glück der Welt abhängen“(3). Noch in den letzten Kriegsjahren wurde von den Nazis ein beträchtlicher Teil der logistischen Kraft dazu verwendet, sämtliche Jüdinnen und Juden quer durch Europa in die Konzentrationslager zu deportieren, obwohl diese Kraft beispielsweise dazu benötigt wurde, Verstärkungs- und Versorgungstruppen an die Ostfront zu bringen. Bei näherer Betrachtung wird ersichtlich, dass die Shoa nicht erklärt werden kann, solange der Antisemitismus als ein Vorurteil, als eine veränderte Form des Rassismus gesehen wird.

Nun tut sich natürlich die Frage auf – Was hat die antisemitische Vernichtung mit der SAV und der Linksjugend [’solid] zu tun?

Die Antwort soll im Folgenden Stück für Stück beantwortet werden, wobei jedoch gesagt werden muss, dass dieser Brief eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Kapitalismus nicht ersetzen, jedoch Denkanstöße geben kann. Wir denken, dass eine emanzipatorische Politik nur möglich ist, wenn wir eine materialistische Gesellschaftskritik äußern, welche Auschwitz mitdenkt. Dazu ist es nötig die Spezifik des modernen Antisemitismus zu erkennen, welcher nicht mit alltäglichen, antijüdischen Ressentiments gleichgesetzt werden kann. Allen Formen des Antisemitismus ist die Vorstellung einer jüdischen Macht gemein – im extremsten Fall sowohl den Bolschewismus und den Kapitalismus gleichermaßen herbeigeführt zu haben. Insgesamt ist diese Ideologie ein Denken was in den Kategorien „Gut“ und „Böse“ denkt. Im Antisemitismus wird auf die Jüdinnen und Juden eine Macht projiziert, die ihn von anderen Rassismen unterscheidet. „Die Neger will man dort halten wo sie hingehören, von den Juden aber soll die Erde gereinigt werden“(4). Die Unterscheidung liegt darin, dass alle Formen des Rassismus nach unten treten und eine konkrete, fassbare Gruppe von Menschen angreifen die als Untermenschen gesehen werden. Im modernen Antisemitismus wird jedoch nach oben gegriffen und den Jüdinnen und Juden Abstraktheit und mysteriöse Unfassbarkeit zugeschrieben. Da diese Macht als nicht lokal verwurzelt und nicht greifbar gesehen wird, erscheint sie als ungeheuer groß. Sie steht somit für eine konspirative, internationale Verschwörung. Der moderne Antisemitismus beansprucht die Welt zu erklären. So wurden bereits im 19. Jahrhundert in der Industrialisierung wirtschaftliche Krisen und gesellschaftliche Umbrüche, den Jüdinnen und Juden zugeschrieben. Die Industrialisierung ging mit der Verstädterung und dem Wegbrechen alter Werte und Normen einher, auch diese Vorgänge wurden mit den Jüdinnen und Juden identifiziert und gaben ihnen die Bezeichnung „Die Kinder des Bösen“.

Max Horkheimer konstatierte 1939, dass es zur Erklärung des modernen Antisemitismus „des Rückgangs auf die Tendenzen des Kapitals“(5) bedarf, also auf die Betrachtung der Eigenschaften des Kapitals. Dazu ist es notwendig den Blick auf die Gesellschaft zu richten, die unter der Herrschaft des Werts, im marx’schen Sinn, steht. Der Fetischismus der bürgerlichen Verhältnisse produziert immer wieder Trugbilder. Marx beschreibt  den Produktionsprozess in zwei Sphären – die Zirkulationssphäre, die keinen „Mehrwert“ schafft sondern nur für die Zirkulation des Gesamtprozesses nötig ist und die Sphäre der Produktion, in der tatsächlich Mehrwert geschaffen wird(6). In der Ideologie des Nationalsozialismus wurden diese Sphären stets getrennt – in eine biologische Seite, welche das schaffende Kapital – die Sphäre der Produktion, das Gute, das Deutsche – darstellen soll und auf der anderen Seite, das raffende Kapital – die Sphäre der Zirkulation, das Böse, das Jüdische. In dieser antisemitischen Ideologie werden also die bürgerlich kapitalistischen Verhältnisse biologisiert und in Gut und Böse unterteilt. Der Kapitalismus ist jedoch eine Herrschaftsform, die nicht personell gebunden ist – sie ist somit eine unpersönliche Herrschaft, der alle Menschen unterworfen sind.  Aufgabe emanzipatorischer Politik ist es also, Kapitalismuskritik zu äußern und keine Kapitalistenkritik.

Ein Antikapitalismus, der immer wieder Personen für die negativen Auswirkungen der kapitalistischen Verhältnisse verantwortlich macht und ihnen Eigenschaften zuschreibt, die im Antisemitismus Jüdinnen und Juden zugeschrieben werden, ist kein linker. In Reflexion auf die Shoa ist es unabdingbar solche Positionen zu bekämpfen und wenn dem Anspruch auf Antifaschismus und Emanzipation treu geblieben werden möchte,  dann hat linke Politik unter anderem Adornos kategorischen Imperativ in sich aufzunehmen und zwar das „Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe“(7). In der Praxis heißt das für uns also, wenn beispielsweise ein Holger Burner, der musikalische Animateur der SAV „Uzis verteilen“ will „mit dem Aufruf, die Chefs aller Banken zu lynchen“(8), dass eine Grenze des Pluralismus überschritten ist, weil eben diese Argumentation Folgendes mit der Ideologie des modernen Antisemitismus gemein hat – den Hass und die Abneigung gegen die als abstrakt und künstlich gesehene Seite des Kapitals, sowie deren Personifizierung. Der kleine Unterschied zum Antisemitismus ist der, dass eben „nur“ von Bankern geredet wird und nicht von Jüdinnen und Juden. Angesichts Auschwitz, angesichts der nationalsozialistischen Verbrechen ist es für uns untragbar, solche widerlichen Assoziationen zu tolerieren.

Im Zusammenhang mit den Wünschen der SAV einen besseren Kapitalismus zu schaffen  in dem sie Wertgesetz und Warenproduktion […] bewusst ein[setzen] zur Vermehrung des gesellschaftlichen Reichtums“(9), müssen wir ebenso wie Marco Heinig (10) feststellen, dass sie ihren Marx besser lesen hätten müssen, weil sie dann auch Marx‘ Feststellung mitgenommen hätten, dass Warenproduktion und Wertgesetz  unter anderem den Fetischismus der bürgerlichen Verhältnisse erst herstellen. Wir schließen uns in diesem Sinn auch der Initiative Sozialistisches Forum an, die helfen will, „einen Zustand abzuschaffen, in dem, wie früher alle Wege nach Rom, […] heute alle zum Staat führen“(11).

Programmatische Grundlagen der SAV, die unter anderem so aussehen: „Der Reichtum, der von der Arbeiterklasse produziert wird, wird privat von einer kleinen Minderheit angeeignet. Diese Minderheit ist die Klasse von Kapitalisten, die ihre ganze ökonomische und politische Macht nutzen kann, um ihre Privilegien zu verteidigen. Staatliche Institutionen einschließlich der in den Parlamenten dominierenden Parteien sind direkt oder indirekt mit ihr verstrickt“(12), sind der Beleg für eine Ideologie die das Böse auf „die Kapitalistenklasse“ projiziert und den bürgerlichen Parteien unterstellt, dass sie in Zusammenarbeit mit dieser „Kapitalistenklasse“ die Geschicke der Menschheit lenkt und die dazu nötigen Fäden in der Hand hält. Wir wenden uns gegen jede Art von Dogmen, weil sie immer im Gegensatz zu einem mündigen Bewusstsein stehen. Ein Beispiel für linke Dogmen lieferte uns beispielsweise Lenin, der propagierte: „Die Lehre von Marx ist allmächtig, weil sie wahr ist. Sie ist in sich geschlossen und harmonisch, sie gibt den Menschen eine einheitliche Weltanschauung“(13). Weiterhin ist es nicht tragbar, dass die SAV nur der „arbeitende Bevölkerung“(14) und nicht allen Mensch in unserer Gesellschaft das Recht auf Mitbestimmung gewähren will.

Die Geschichte und die Realität zeigt, dass Wahnsinnige zu allem in der Lage sind und sie ernst genommen werden sollten, wenn sie mit Vernichtung drohen. Die Feststellung der SAV, dass die  „PalästinenserInnen allein mit militärischen Mitteln gegen Israel nicht siegreich sein können.“ (15) – vereinzelte Selbstmordattentate und Quassamraketen reichen also nicht für die Revolution, die Macht der Massen soll Israel in seinen Grundfesten erschüttern – spricht für sich und sagt einiges über die Ausrichtung dieser Vereinigung aus.

Wenn nun heute Antiimperialisten und Antiimperialistinnen aller Couleur Israel das Existenzrecht absprechen, dann ist es an uns, als Antifaschisten und Antifaschistinnen zu intervenieren und kein Stück Toleranz zu zeigen. In der Praxis heißt das folglich keine Zusammenarbeit mit diesen Gruppen, also auch keine Zusammenarbeit mit der SAV. Zum palästinensischen Staat müssen wir gar nicht viel verlautbaren lassen, als dass „die Souveränität eines Landes etwas anderes ist, als die Freiheit derer, die in ihm leben“(16). Als emanzipatorische Linke ist für uns die einzig richtige Antwort auf den modernen Antisemitismus, die Überwindung des Kapitalismus hin zur einer befreiten Gesellschaft . Die einzig mögliche Antwort auf den modernen Antisemitismus ist zurzeit die sichere Existenz eines jüdischen Staates (17).

Die Arbeiterklasse ist die entscheidende Kraft in der kapitalistischen Gesellschaft“ (18) sagt die SAV, wir aber  fragen ob es überhaupt Sinn macht die „Arbeiterklasse“ als revolutionäres Subjekt zu handeln, wenn alle Menschen vom Sachzwang des Kapitalismus betroffen sind. Auch ist es fraglich ob diese Arbeiterklasse als revolutionäres Subjekt an sich emanzipatorisch ist. In der, von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegebenen und von Oliver Decker und Elmar Brähler geführten Studie „Vom Rand zur Mitte“, wird aufgeführt dass in Deutschland 26% der Menschen eine rechtsautoritäre Diktatur befürworten, 17,8% meinen, dass der Einfluss der Juden in Deutschland zu groß sei und 26,7% an Ausländerfeindlichkeit kranken (19). Die Deutschen haben ihre revolutionären Geist schon mehrmals unter Beweis gestellt, sei es in Form von Auschwitz oder in jüngerer Vergangenheit auf den Straßen in Rostock-Lichtenhagen, Mölln, Mügeln, Solingen oder Hoyerswerda. Die Sprache der deutschen Straße können wir sehr wohl verstehen und genau deshalb verwehren wir uns gegen eine Politik, die sich auf diese Klientel, welche dieses als revolutionäres Subjekt handelt, bezieht. Nicht jeder Antikapitalismus, nicht jede revolutionäre Bewegung ist sogleich eine emanzipatorische.

Eine gesellschaftliche Transformation vom Kapitalismus in einen „Verein freier Menschen“(20), heißt für uns nicht nur die Aufhebung der „Klassenverhältnisse“, sondern Aufklärung, Individualismus, Mündigkeit, Partizipation und die Aufhebung aller (!) Herrschaftsverhältnisse.  Dies ist aber nicht mit einer Ideologie umsetzbar, welche das „Proletariat“ als unmündigen Spielball der bösen Herrscher sieht und zur Lösung Arbeiter- und Arbeiterinnenräte als eine optimale Herrschaftsform (21) vorschlägt.

Diesen Brief möchten wir mit den Worten von Immanuel Kant abschließen:

„Durch eine Revolution wird vielleicht wohl ein Abfall von persönlichem Despotism und gewinnsüchtiger oder herrschsüchtiger Bedrückung, aber niemals wahre Reform der Denkungsart zustande kommen; sondern neue Vorurteile werden, ebensowohl als die alten, zum Leitbande des gedankenlosen großen Haufens dienen“ (22).

Anmerkungen

Kursiv gedruckte Zitate sind SAV-Zitate.

(1)    http://www.linksjugend-solid.de/home/

(2)    Karl Marx, „Manifest der Kommunistischen Partei“

(3)    Theodor W. Adorno, Max Horkheimer; „Dialektik der Aufklärung“, „Elemente des Antisemitismus“

(4)    Theodor W. Adorno, Max Horkheimer; „Dialektik der Aufklärung“, „Elemente des Antisemitismus“

(5)    Max Horkheimer; „Die Juden und Europa“

(6)    vgl. MEW 25

(7)    Theodor W. Adorno; „Erziehung zur Mündigkeit“, „Erziehung nach Auschwitz“

(8)    David Schultz „Holger Burner“; Album „Cypherpropaganda“, „Cuzzela“

(9)    Grundsatzprogramm der SAV, 1999

(10)vgl. Marco Heinig; „Die Vorhut der Arbeiterklasse, vorwärts immer, rückwärts nimmer!“

(11)http://www.ca-ira.net/

(12)„Die SAV – wer wir sind und was wir wollen“; http://www.sozialismus.info/?sid=50

(13)Wladimir I. Lenin; 1913

(14)vgl. „Die SAV – wer wir sind und was wir wollen“, http://www.sozialismus.info/?sid=50

(15)„Solidarität – Sozialistische Zeitung · Nr. 76, Naher Osten“,  http://www.sozialismus.info/?sid=2980

(16)vgl. Max Horkheimer von Stephan Grigat zitiert; Vortrag zur Kritik des Antisemitismus und kritischer Theorie des Zionismus

(17)vgl. Stephan Grigat; Vortrag zur Kritik des Antisemitismus und kritischer Theorie des Zionismus

(18)„Die SAV – wer wir sind und was wir wollen“, http://www.sozialismus.info/?sid=50

(19)Oliver Decker, Elmar Brähler; „Vom Rand zur Mitte“

(20)vgl. Karl Marx

(21)„Die SAV – wer wir sind und was wir wollen“, http://www.sozialismus.info/?sid=50

(22)Immanuel Kant; „Was ist Aufklärung“

Veranstaltungen zu strukturellen Antisemitismus, Klassenbegriff und generell zu Kapitalismuskritik, werden wir 2010 anbieten.

5 Gedanken zu “Reaktion des Beauftragtenrats (BR) der Linksjugend [’solid] Sachsen auf den offenen Brief des BSpR an die SAV „Stay out unprogressive ideologies! Stay out antisemitism!“

  1. sehr differenzierte und fundierte darstellung, daher: doppeldaumen hoch.

    ich denke und hoffe doch, dass der BR mit dieser positionierung den konsens im jugendverband ausdrückt.

  2. Pingback: Die LINKE – Von innen umzingelt | Die Freiheitsliebe

  3. Ihre Zitat von Ulianoff (Lenin) ist absichtlich gefälscht:
    „Die Lehre von Marx ist ALLMÄCHTIG, weil sie WAHR ist. Sie ist in sich geschlossen und harmonisch, sie gibt den Menschen eine einheitliche Weltanschauung“

    Lenin schrieb: Die Lehre von Marx ist unsterblich (Russisch: WETSCHNO,“allmächtig“ wäre in Russisch WSESILNO), weil sie korrekt (Russisch: PRAWILNO, „wahr“ wäre in Russisch ISTINNO)…

    Prof. Moses Rappoport, bei Politbüro des ZK der WKP/b/ davon 1927 der Konzept der POLITISCHESKAJA PRWILNOST entwickelt, der bis Ende der jüdisch-bolschewistischer Diktatur galt und erst nach der Vertreibung von etwa 1,8 Mio. Juden qus der „UdSSR“ unter Breschnew (1970-1978) die sowjetische Juden in den USA – dieser Begriff sozusagen mitgeschleppt. POLITISCHESKAJA PRAWILNOST in Englisch übersetzt „political correctness“.

    Man fragt aber nicht warum die Politiker des Westens diesen Begriff übernommen haben mit der Adjektiv POLITISCH (von welcher Politik ist die Rede: von Trotzki, Lenin, Stalin, Hitler, Mao oder Gadaffi?) Erkärung dafür, dass in der UdSSR bereits 1922 ALLE Parteien. außer „Kommunistischer“ verboten wurde, selbst von Trotzki, Bucharin oder Kaplan (also sozialistischen, sozial-revolutionären oder demokratisch-sozialistischen)

    Der Lenin hat noch damals ganz offen darüber geredet, seine Macht war von anfang an äußerst feindlich gegenüber Demokratie. Stalin hat aber kehrte zu seine Volksdemokratie zurück und immer war gegen die jüdischen Liberalen, Demokraten und Sozialisten 1927-1929 hat er alle Leninsanhänger liquidiert (800.000), 1937-1940 alle jüdische, wie damals offiziell hieß „Kettenhunde des imperialistischen Zionismus“, liquidiert (2,1 Mio.) und seit 1946 bis zu seinem Tod 1953 alle „Kosmopoliten“, „Antifaschisten“ und „Verräter der Sowjetunion Agenten der anglo-amerikanischen Imperialismus“, sowie speziell „Israelische Agenten“ liquidiert insbesondere auch Judenrepublik Birobidschan -das war über 1,2 Mio.
    Mit Lenin kann man auch nicht in diesem Sinne anfangen – er hat dem Stalin Beispiel gegeben:
    sofort nach der Machtübernahme in Januar 1918 Lenin hat nicht nur jüdische Sprache (Yjdisch) als „reaktionäre Sprache“ verboten, sondern alle alle Synagogen und jüdische Gemeinde auch verboten.
    Dazu auch fast 3,5 Mio Juden aus besetzen Ostpolen (just zwei Wochen nach Ausbruch des 2. Weltkriges am 14. September 1939) sowie Litauen, Bukowina, Karpaten Ukraine und Moldowa (damals Teil Rumänien). 1943 Stalin auf die Frage von Churchill in Jalta: was ist mit den 2 Mio. polnischen Juden aus Galizien geschehen? – antwortete: „Es war insgesamt 3,5 Mio. Judenund wir haben alledie ins sichernen Hinterland der UdSSR evakuiert“.
    Davon schreiben nicht nur Solschenizyn in „200 Jahre zusammen“, (London 1999) oder Prof. Sonja Margolina in „Judentransfer – Ende einer Lüge“ (St. Petersburg/Berlin 2000), sondern auch Prof. Arno Lüstiger (Fritz-Bauer Institut, Frankfurt, 2001 in seinem fundamentalen Werk „Schwarzes Buch des Kommunismus“ (2002)- also man sieht dass alle diese Bücher haben auch den Prof. Norman Finkelstein 2002 auch eine Studie schreiben: „Holocaust-Industrie“ bei der er interessanter weise läßt seine Mutter die Frage stellen: „Wenn alle Juden wurden in Russland umgebracht, wen sollte Hitler umbringen?“

    Also ich finde, dass ausgerechnet in Sachsen, wo noch vor 20 Jahren die SED regierte, ihr Einsatz gegen die Freiheit ist für mich unbegreiflich.

    Ich selbst 16 Jahre meines Lebens im GULAG verbracht und meine gute Freunden nur für ihre Welanscahuen in der „DDR“ gesperrt wurden.
    Die nenen sich „Opfer der Stalinismus“. Aber ich selbst bin kein Opfer, weil ich einfach dieser Art Sozialismus nicht hinnehmen bereit war. Ihren Artikel über „Anti-Semirismus“ finde ich ganz schlecht, weil das kann nur die Menschen überzeugen, die jüdisch-bolschewistisches System nicht erlebt haben.
    Mit gefällt nicht, dass man versucht die jungen Menschen, die keine Perspektive haben
    unter Bedingungen der sog. Weltwirtschaft, als „Nazis“ zu beleidigen.
    Grüße aus Frankfurt am Main
    Jurij Below

  4. So richtig habe ich es nicht verstanden.
    1. Welche Antiimps meint ihr, die Israel das Existenzrecht absprechen? Bitte mal Beispiele.
    2. Ist euch schon mal ein extremer widerspruch in eurer anti-nationalen Argumentation aufgefallen. Keine souveräner europäischen Nationen als Träger der Demokratie und politischen Selbstbestimmung soll es geben, jedoch Israel darf seinen, von der Existenz eines jüdischen Volkes abgeleiteten Nationalcharakter und die damit verbunden exklusiven Vorrechte, über die Unteilbarkeit der Menschenrechte stellen.
    3. Habt ihr schon mal daran gedacht, dass die derzeitige Israelische Regierungs- und Militärdoktrin für die Verfestigung eines antisemitischen bzw. antiisraelischen Ressentiment zumindest mitverantwortlich sein könnte?
    4. Die spekulative, ideologisierende Verbindung zwischen der angeblichen Kapitalistenklasse und der Zugehörigkeit zu einer relegionsgruppe (hier den Juden), ist zwar in der Bevölkerung hier und da immer noch und immer wieder verbreitet, aber wohl kaum als Antikapitalismus. Wie kann diese Idiotie in der Auseinandersetzung unter Linken Strömungen relevant sein? Ist das eigentlich nicht völlig fehl am Platze? Schlicht kein Argument für irgendetwas.

    aus diesen und vielen anderen Gründen ist er doch sehr konstruiert, der angebliche Zusammenhang zwischen Kapitalimuskritik und Antisemitismus. Gerne würde ich dazu ausführlich stellung nehmen, auf einer extra dafür vorgesehenne Veranstaltung. Könntet ihr Euch nicht einmal dazu aufraffen, so als Vorbildfunktion für den gesamten LV…

  5. Damit seid Ihr eine echte Bereicherung für die Sozialdemokraten. Frieden den Palästen Krieg den Hütten.

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