Posts Tagged ‘Tagebuch’
Dienstag, August 19th, 2008


Unser Bus ist seit gestern Abend in der Werkstatt. was bedeutet dass wir seit Sonntag in Hoyerswerda “gefesselt” sind. Was uns anfangs wie ein Albtraum vorkam, hat sich inzwischen- mensch mag’s kaum glauben – als Glücksfall erwiesen.
Am Sonntag trafen wir uns, wie verabredet mit den jungen Menschen in HoyWoj, der See tagsüber fiel wie abgemacht aus. Am Samstag sah es noch sehr stark nach regen aus. Am Montag erkundeten wir drei Seen auf der Suche nach Jugendlichen, blieben wir auch bei See Nummer drei erfolglos und gingen für uns baden.
Soviel zum Teil “Ferienbericht Klasse 9″
Wenn es um Vorurteile gegenüber dem Nest Hoyerswerda geht, war ich immer einer der, ich weiß Selbstlob stinkt, den Pokal gewonnen hätte. Und trotzdem ist es irre interessant in dieser Stadt. Diese Stadt hatte bis 1956 genau 7000 Einwohner_innen. 30 Jahre später hatte sie 76.000 Einwohner_innen, und wieder 30 Jahr später 39.000 Einwohner.
Hier sind Blöcke bis zur Wende hochgezogen worden um sie dann heute wieder abzureißen, das Viertel(wohnkomplex), das zur Wendezeit fertig gestellt wurde, ist der der jetzt komplett(!!!) abgetragen wird. Da haben mal rund 15.000 Menschen gewohnt. In ganz Hoyerswerda scheint ein Tuch über der Stadt zu liegen, die haben hier alle Möglichkeiten, nur keine Ideen. Hier stehen ganze Straßenzüge leer und warten nur darauf genutzt zu werden. und? Nichts! Bis auf ein kleines “L”, 5 Häuser im WK 10. Dort ist für einen Monat das Kunstprojekt “art-block” am entstehen. Bis zum 31.08. hat mensch noch Zeit das Kreativste anzuschauen was Hoyerswerda wahrscheinlich in den letzten 10 Jahren ermöglicht hat. 30 Künstler_innen aus 20 Ländern haben hier ein Wohn-Kunst-Projekt geschaffen. fore more see there: http://art-block.blogspot.com
In anderen Städten ist es ja so dass diese Blöcke außerhalb der Stadt stehen, hier fängt die Stadt an und hört auf mit: einem Block, richtig. Und soviel steht hier leer. Wieso machen die daraus nichts? Ich kann soviel Lethargie nicht ertragen. Ich sprudle hier gerade über vor Begeisterung. So viele Räume/Flächen und einfach jede Idee könnte hier verwirklicht werden. Besetze Häuser in Hoyerswerda? Quatsch…hier könnten junge Menschen ganze ehemalige Stadtviertel, komplette Wohnkomplexe, besetzen. Das ist so irre. Wahnsinn. Und diese Dinger sind zwar hässlich, aber in Hoyerswerda sind diese Dinger extrem im Grünen. Überall Wiesen, Bäume und Spielplätze.

Da wir ja gerade nach einer Pfingstcamp-Location suchen, sollte mensch vielleicht nachdenken einen Neubaublock für den Zeitraum zu mieten. Hier kosten voll-sanierte 4-Raum-Wohnungen 311 € warm, also 180€ kalt. Wie krass ist das denn. Wie billig sind dann die Häuser die abgerissen werden sollen. Vielleicht wird es ja was, mal schauen.
Ich hoffe es war wirr genug. Morgen geht’s nach Zittau. Zu einer menschenfeindlichen Uhrzeit müssen wir hier aufstehen und das wo doch heute im ArtBLOCK ein Noise-Konzert ist. Mal schauen wie das wird.
p.s. Die Stadt hat übrigens 35.000€ für eine Begrünungskonzept ausgegeben…krank.
Sonntag, August 17th, 2008

Nachdem wir feststellen mussten, dass das liebe Wetterchen nunmal garnicht auf unserer Seite ist, haben wir den Badespasstag gecancelt und sind zur regnerischen Erfrischung nach Mügeln gefahren. Hier fand das alljährliche Stadtfest mit Beteiligung eines ungewünschten Gastes statt. Vor ganau einem Jahr kam es bei selbigem abendlichen Kolektivbesäufnis zu einer Auseinandersetzung zwischen den Besuchern deren Resultat eine Hetzjagd auf acht Inder quer durch die Stadt war. Aufgrund dieses rassistisch motiviertenen, später aber medial und durch einige örtliche Entscheidungsträger_innen ausgeblendeten Ausbruch kleiunbürgerlicher Abgründe, hat sich der Verein “Vive la Courage” (http://vivelecourage.blogsport.de/) gegründet. Genau dieses jungen engagierten Menschen wollten wir an diesem Tag zur Seite stehen.
Trotzdessen die Verwaltung und Lokalpolitiker_innen großteils bemühmt waren, einen Informationsstand auf dem Stadtfest zu verhindern, setzten sich die Jugendlichen erfolgreich durch. Auch dem aufziehende Regen über der Viertausendeinwohnerstadt könnte mit Hilfe unseres Pavillons getrotzt werden. In Vorahnung eines ebenso verregneten Sonntages spendetetn wir dem Verein dann auch ihr schützendes Dach und verteilten noch zahlreiche Aufkleber.
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Freitag, August 15th, 2008

Zivilcourage mit Fit, Schwamm und warmen Wasser
In Rahmen seiner „Seen- und Bädertour“ hat der Jugendverband der Partei DIE LINKE. Sachsen am heutigen Tag in Delitzsch bei einem zweistündigen Stadtrundgang rund 500 Aufkleber mit rassistischen und nationalsozialsozialistischen Inhalten entfernt.
Die massive Präsenz von offensichtlich rechten Parolen im Stadtbild scheint in Delitzsch auf wenig Widerspruch zu stoßen. Dabei ist hinlänglich bekannt, dass die Naziorganisation „Freie Kräfte“ in Delitzsch gut organisiert ist. Eine ihrer Führungsfiguren, Maik Scheffler, kandidierte sogar auf der Liste der NPD für den Kreistag.
Wir fordern die Bürgerinnen und Bürger Sachsens auf, hin-statt wegzuschauen. Naziaufkleber gehören entfernt! Ganz einfache Haushaltsmittel helfen, nicht nur in Delitzsch.
Freitag, August 15th, 2008
Here we are, there we stay!
Zuviel Sonne kann schädlich sein:
Liebe Mutti,
Heute sind wir mit dem Bus nach Bitterfeld gefahren. Die Sonne hat geschienen. Es ging kaum Wind. Florian hat eine Sandburg gebaut. Fabian ist in der sonne total balla geworden. Bubble und Rico haben Volleyball gespielt. Es war ein schöner Tag.
Mir geht es gut, hoffe euch auch.
Liebe Grüße an Papa, Ina, Nina und unsere Katze Muschi.
Freitag, August 15th, 2008
Nach dem freundlichen, von Kaffee begleiteten Empfang in der Geschäftsstelle in Delitzsch und der Bestätigung an diesem Abend eine Matratze, anstelle von eckigen Steinen an seinem Rücken zu spüren (unter Fabians Zelt war angeblich ein Nest dieser Spezies geologischer Waldbodenbewohner_innen), machten wir uns zum Schladitzer See auf. Um der Pünktlichkeit vorzubeugen holten wir noch „schnell“ Bubble vom Bahnhof ab, was sich dann mehr oder minder verzögerte in Folge von zeitlichen und lokalen Differenzen zwischen Bubble und dem Zug, den er nehmen wollte. So hatten wir jedenfalls ausgiebig die Möglichkeit uns mit der hiesigen Jugend und deren künstlerischen Ausdrücken auf dem Bahnhofsgelände zu beschäftigen. Die zahlreichen Viking-Versand-Aufkleber und NS-Grafitis lenkten uns schnell davon ab, dass diese Haltestelle des ÖPNV eher einer gesprengten und im Abbau befindlichen Scheune glich. Lichtblicke, wenn auch dunkle, gab es trotz dessen, als wir an einer Wand den Spruch „Fack Nazis“ lesen durften/mussten. Immerhin, es wird was gemacht,,,,, aber dennoch ruft es einem doch den Supportgedanken wieder in den Kopf.
Jedenfalls sind wir dann irgendwann nach einem Zwischenstop zwecks Unterstützung des regionalen Einzellhandels ;-) zum Schladitzer See gestartet. Der weiter Tagesverlauf ging chaotisiert weiter wie immer. Nachdem wir mehrere Zufahrtmöglichkeiten zum Strand probiert hatten, mussten wir feststellen, dass trotz des latenten Sonnenscheins kaum Menschen, geschweige denn junge Menschen, baden waren. In Vertrauen auf das Navi parkten wir vor einer weiteren Schranke, die uns den Zugang zum Strand versperren sollte, und machten uns zu Fuß auf den Weg nachzusehen, ob sich diese Ecke für unser Vorhaben lohne. Das Resultat war leider, dass wir nach etwa 20 Minuten (!) immer noch mitten in der Pampa standen und die Nähe zum Wasser nur erahnen konnten.
Um den ganzem Tourtag noch einen politischen Sinn zu geben, machten wir uns nach den ganzen Misserfolgen wieder auf dem Weg um dann , war ja klar, wieder dort zu landen, wo wir’s bereits 4 Stunden zuvor versucht hatten. Ende vom Lied war, dass wir noch ein Stündchen mit Thomas (&) Kind J am Strand chillten.
Freitag, August 15th, 2008
„Hä…ja…mhhh… ja… ich schlaf dann mal weiter…“
waren die ersten Worte die Rico heute morgen zustande brachte. Glücklicherweise war der Rest unserer Tourcrew etwas fiter, als gegen 7:00 morgens das Naunhofer Ordnungsamt meinte, es müsste am gleichnamigen See für Ordnung sorgen. Mit der Anordnung „Zeltverbot“ und dem Zeitfenster von einer Stunde mussten wir den Tag mit dem sofortigen Abbau der Zelte beginnen, um, logischer Weise anschließend wieder in die Schlafsäcke verkrochen, weiterzuschlafen. Nur mit Schlafsack nächtigen war auch hier erlaubt. Lobenswerterweise fiel unsere Strandmuschel nicht unter die untersagte Kategorie Zelte, sodass die darin liegende Schlafmütze von alle dem nicht viel mitbekam.
Nach den ausgiebigen Diskussionen einschließlich eines vergeblichen Cocktailexperimentes des Vorabendes war der Schlaf auch bitter nötig. Aufgrund diverser Kleinigkeiten (Radio anschließen, Ladekabel vergessen, essentielle Mails lesen u.ä.), die leider zusammenaddiert mehrere Stunden in Anspruch genommen haben, kamen wir erst gegen 19 Uhr am Naunhofer See an. Dieser war natürlich auf Grund des misserabel-winidigen Wetters leergefegt, sodass die einzig wirkliche Ablenkung vom gemütlichen Grillen/Philosophieren/Diskutieren der Besuch von René war. Ohne Menschen lässt sich eben sehr schlecht Politik machen, und jenige welche uns dann des Mitternachts aufsuchten um Taschenlampen zu leihen, hatte auf den ersten Blick eher kein freundliches Interesse an uns und auf den zweiten Blick eher Probleme mit ihren „Mädels, die sind verschwunden“. Letzteres Problem löste sich später als aufgebauschte Verstrickung stupidester Umstände in Wohlgefallen aus. Glücklicherweise war auf Renés kühlen Kopf wieder verlass.
An sich verlief damit der dritte Tag aus tourpolitischer Sicht relativ unspektakulär, dennoch sind alle MitfahrerInnen immer noch motiviert und sehnen dem schöneren Wetter optimistisch entgegen, um endlich die Tour richtig durchzustarten…
Dienstag, August 12th, 2008
„Für NOTFÄLLE:
Programme und Eintrittserklärungen“
Den Umschlag mit dieser Aufschrift brauchten wir auch am zweiten Tag unserer Tour noch nicht zu öffnen. Dennoch war der halbsonnige Nachmittag mit der verregneten Nacht am Harthsee schon ein Fortschritt. Einerseits konnten die Zelte endlich beweisen, dass sie auch größtenteils wasserdicht sind, Rico konnte seine Schlafsack/Zeltphobie überwinden und es gibt auch einen Neuzugang in der endlosen Reihe unserer Mitfahrer_innen. Erik, oder liebevoll Orti genannt, wird uns bis zum Wochenende auf unserer Tour durch Sachsen begleiten.
An sich kamen wir am Dienstag mit etwas Verspätung (wär hätte das gedacht) am Harthsee in der näher der wundervollen (!) linksregierten Kreisstadt Borna an. Nachdem wir anfangs ganze acht motivierte Menschen waren und Lars, Claudi und Frank mit uns über Neumitglieder und die Stellung der Jugend in der Partei diskutiert/philosophiert hatten, verabschiedeten sie sich wieder nach Berlin. Nachdem nun auch Christin zur politischen Arbeit nach Leipzig exportiert werden musste, lagen anschließend vier nur noch halbmotivierte Wesen auf den Liegestühlen und debattierten, was mensch weiter machen könnte. Der Harthsee, seines Zeichens sonnst mit Decke an Decke von Menschen überfüllt, lockte an diesem Tag nur an die 40 Badewütige an. Zweites Manko an diesem Tag war, die einzige Zufahrt direkt zum See wurde von einer freundlich angestrichenen rot-weißen Schranke versperrt, die ansonsten immer, ja immer, geöffnet ist, nur eben heute nicht.
Der logische Konsequenz folgend, hin und her und hin und her, den ganzen Kram geschleppt zu haben, sackten wir dann zum gemütlichen Grillen auf der Wiese zusammen. Mittlerweile hatten sich auch alle Badegäste in Erwartung des baldigen Unwetters in die heimischen vier Wände verdrückt, sodass es mit weiteren politischen Ideenaustausch für diesen Tag ziemlich mau aussah.
Einen kleinen Lichtblick versprachen plötzlich auftauchende Volleyballspieler, die sich zwar über unser Transpi belustigten aber ansonsten nur ihre Bälle im Kopf hatten (Männer eben!).
Mit der einbrechenden Dämmerung und einem unspektukalären Sonnennuntergang war wieder gähnende Leere am See. Glücklicherweise gibt es aber noch zuverlässige Konzert- und FestivalbesucherInnen, die auch nach zahlreichen durchtanzten Stunden noch nicht müde sind und sich durch den Regen zum See aufmachten. Somit waren wir dann gegen 11 Uhr wieder zu siebent und könnten doch noch ein paar Stunden in Dialogen und Monologen (Fabsi und ein Buch – böse Mischung!) verweilen.
Nach einem ausgiebigen Motto-Frühstück im Sinne von „LUXUS FÜR ALLE“ mit Erdbeeren und Lachsschnittchen begleitet von einem netten Smalltalk mit dem örtlichen Seewächter machen wir uns jetzt (ungewaschen) auf dem Weg zum nächsten See/Waschgelegenheit,,,,
Montag, August 11th, 2008
 
ich bin dann wohl der Gelackmeierte, der von unserem ersten Tag schreiben darf. Nachdem wir uns dafür entschieden hatten, die 200,00 € Anschaffungskosten für Online-Internet nicht auszugeben, sitze ich nun im linXXnet und versuche mich an einer kleinen Zusammenfassung. Photos folgen dann später – vielleicht wäre es doch nicht so doof gewesen, mobiles Internet zu haben…naja nun ist es so.
“Ihr baut gerade ab, oder?”
“Ähmm ja.”
“Oh ich sehe ihr habt gegrillt, das Grillen kostet 15€ und ihr braucht eine Genehmigung.”
“Haben wir nicht gewusst.”
“Kann mensch hier Zelten?”
“Wenn du mit nem Schlafsack am Strand liegst, dann ist das okay, aber Zeltkultur wollen die Pächter hier nicht” “Ist hier Party machen erlaubt?”
“Wenn ihr ne batteriebetriebene Anlage nutzt ist das erlaubt, wenn ihr Strom aus einer Steckdose zieht, dann nicht.”
“Und was wäre mit einem Notstromaggregat?”
“Das geht hier garnicht, hier ist Naturschutzgebiet”
Zum Glück, fand diese Unterhaltung mit einem Security-Menschen, von einer Firma, die auch in den “Leipziger-Disko-Krieg” irgendwie involviert ist (laut LVZ), erst 22.30 statt. Also genau 10MInuten nachdem das Notstromaggregat ausgeschaltet war. 10 MInuten vor dem Aufbau der Zelte und ungefähr 2 Stunden nachdem wir am Cosbudener See gegrillt haben.
Mit einer Naivität und ohne Anmeldung, die wahrscheinlich ihres gleichen sucht, sind wir also gestern an den Cosbudener See gefahren. Die Anwohner_innen begrüßten uns sehr herzlich, und schlossen den Parkplatz-Poller hinter uns wieder ab, nachdem wir unseren Bus kurzfristig auf der dann versperrten Fläche für “Entladetätigkeiten” abstellten, ohne uns auch nur die geringste Gelegenheit zu geben, da ohne Probleme wieder auf die Fahrbahn zu kommen. 2 Stunden später kam die “AG Schnittlauch” (eine MItfahrer_in” – Synonym für Polizei) und erläuterte uns nach der üblichen und individuell doch freundlich gestellten Frage: “Was macht ihr denn hier?”, dass die Anwohner_innen sich beschwerten und wir vielleicht einfach näher an den Strand gehen sollten. Und es so drehen mögen, dass Sie nicht noch einmal kommen müssen.
Wir zogen um, und tatsächlich: die Polizei kam nicht nochmal vorbei. Durch Regen und nur mäßig warmes Wetter waren leider nicht wirklich viele Menschen am Strand, und demzufolge auch nur wenig Menschen die stehen blieben oder sich für uns (jenseits des kritischen Blickes) interessierten. Die Radfahrer_innen und Inlineskater_innen, zähle ich nur bedingt als potentiell anprechbar. denn Sportfanatiker_innen stoppen wahrscheinlich nur unter größtem Aufwand und lautestem Protest ihren Fitness-Run.
Nun gehts auf zum Harthsee. Mal schauen wie es da so ist…gestern haben wir gehört, dass er tot sein soll.
1x editiert von rene
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